Der erste Schritt zur Weisheit ist in den östlichen (und in manchen westlichen) Denksystemen die Überwindung der materiellen Gebundenheiten, d.h. zunächst die Erkenntnis, dass materieller Besitz Bindung bedeutet.
Hat man diese Erkenntnis erreicht, begeht man dann allerdings häufig den Fehler , sich fast zwanghaft von allem lösen zu wollen, was man besitzt. Leute, die das tun, erkennen dabei aber nicht, dass sie sich innerlich wieder neu versklaven, diesmal mit dem umgekehrten Vorzeichen ("Ich darf nichts besitzen").
Auch die fanatische Negation des Besitzes ist nämlich eine ausserordentlich starke Bindung an die materielle Welt, weil man der materiellen Welt damit zugesteht, dass materielle Dinge überhaupt eine Bedeutung haben.
Der Spruch "In der Fülle die Einfachheit leben" bringt die höhere Stufe der Weisheit zum Ausdruck, dass man sich weder durch Besitz noch durch Nichtbesitz gebunden fühlen sollte, weil nämlich weder das eine noch das andere auf der geistigen Ebene eine Rolle spielen darf.
Handgetuschte Kalligraphie auf echtem Büttenpapier im Maß von ca. 59 x 30,5